Die Geschichte Polens war in den letzten 1.000 Jahren derart wechselhaft, dass es nur verwunderlich wäre, wenn es keine Einflüsse von außen auf die polnische Kultur gegeben hätte, aber teils kommen die Einflüsse ja auch von innen.

Man muss sich nur vorstellen, dass Polen vor etwa 400 / 500 Jahren mit Litauen eine Union bildete und sich Lithuaniadieses Riesenreich von der Ostsee eben bis zum Schwarzen Meer erstreckte. Nur zu verständlich, dass nicht überall alles auf der gleichen Schiene ablief und die vermeintlich fremden Einflüsse eigentlich aus dem eigenen Land kamen.

Darüberhinaus hat es Polen im Laufe der Geschichte sogar so unglücklich erwischt, dass das Land völlig von der Landkarte verschwand. Gut, das Land gab es zwar weiterhin, aber die Strukturen wurden in vielfacher Hinsicht von den Besatzern, bzw. den neuen Herrschern bestimmt. In so einem Fall ist es unausweichlich, dass fremde Einflüsse die polnische Kultur weitgehend tangieren, wenn nicht sogar in den Hintergrund rücken.

Auch wenn Polen seine Eigenstaatlichkeit letztlich wiedererlangt hat, die Stempel, die andere Kulturen dem Land aufgedrückt haben, bleiben haften und verschmelzen mit der angestammten polnischen Kultur zu dem, was diese heute darstellt.

Darüberhinaus haben zu allen Zeiten viele Polen, auch aus hohem Stand, längere Zeit im Ausland verbracht, was natürlich seine Spuren hinterlassen hat. Bei deren Rückkehr haben sie natürlich Nuancen an fremden Sitten und Gebräuchen mitgebracht, die in ihrer Gesamtheit in die polnische Kultur eingeflossen sind.

Man darf auch nicht vergessen, dass sehr viele Juden in Polen zu Hause waren und auch diese Tatsache die polnische Kultur ein schönes Stück mitgeprägt hat.

Man kann durchaus davon ausgehen, dass der deutschsprachige Raum die polnische Kultur nicht unwesentlich beeinflusst hat, aber auch der frankophone Einfluss ist spürbar, wenngleich nicht so intensiv. Obwohl die Ostsee Polen von den skandinavischen Ländern trennt, ist zu einem kleinen Anteil auch hier – vor allem ein schwedischer Einfluss – spürbar.