Polnische Traditionen

Wenn ein Land von seinen Tradition geprägt ist, dann Polen. Kein Wunder, in einem Land, das seine streng katholischen Traditionen pflegt, wie kaum ein anderes.

Das Weihnachtsfest, in Polen Wigilia genannnt, hat eine so enorme Bedeutung, dass es – festemäßig – alles andere in den Schatten stellt. Von allergrößter Wichtigkeit ist das gemeinsame Schmücken des Weihnachtsbaumes, das Frieden, Harmonie und Gemeinsamkeit symbolisieren soll. Bevor das weihnachtliche Festmahl beginnt, ist es Tradition, dass von Weihnachtsoblaten kleine Stücke abgebrochen werden, die den anderen Familienmitgliedern gereicht werden um so Frieden und Eintracht auszudrücken.

Da man ja entsprechend der Tradition den ganzen Tag gefastet hat, ist das Festmahl selbst sehr ausgiebig und besteht aus 12 Gerichten. Welche Gerichte das sind, variiert je nach Region, aber beinhaltet zumeist die traditionelle Rote-Rüben-Suppe (Barszcz) und Karpfen und ist entsprechend der Tradition fleischlos. In Gedenken an verstorbene Familienmitglieder wird für diese ein zusätzliches Gedeck auf den Tisch gestellt. Im späteren Verlauf wird meistens noch um 24 Uhr die Weihnachtsmesse (genannt Pasterka) besucht.

Vier Wochen danach gibt es in Polen eine weitere Tradition, die im deutschsprachigen Raum leider fehlt: Den Großmuttertag, am Tag darauf den Großvatertag. An diesen Tagen haben die Enkelkinder Gelegenheit, ihren Großeltern kleine, unter Umständen selbst gebastelte, Geschenke zu überrreichen. Das ist doch eine TradiEaster polandtion, die echt Sinn macht.

In Polen werden auch die katholischen Traditionen zu Ostern, zu Fronleichnam, Maria Himmelfahrt und Allerheiligen hochgehalten und gepflegt, wie kaum sonstwo.

Am 3. Mai wird der polnische Nationalfeiertag begangen, zum Gedenken an die Verfassung vom 3. Mai 1971, damals ein Meilenstein in der Geschichte.

Aber polnische Traditionen werden das ganze Jahr über gerne gepflegt. Was in unseren Breitengraden leider (fast) abhanden gekommen ist, wird in Polen noch gehandhabt: In der Straßenbahn, im Autobus, machen jüngere Menschen den älteren Platz, Herren bietet einer Dame den Sitzplatz an, im Alltagsleben hat der Handkuss noch echte Tradition und wird geschätzt.

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